Mutig neue Wege gehen

Seit mehr als 15 Jahren hält Sven ­Uwe ­Hoßbach Vorträge für die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland. Bis 2020 informierte er zum Beispiel regelmäßig Interessierte zu aktuellen Themen der Rente und Altersvorsorge oder sprach mit Schulklassen über das deutsche Rentensystem. Die Vortragstätigkeit machte neben seinen Aufgaben als Fachcoach im ­Auskunfts- und Beratungsdienst in Halberstadt einen abwechslungsreichen Teil seiner Arbeit aus. Bis zur Pandemie. „Mit Corona konnten unsere Veranstaltungen nicht mehr in Präsenz stattfinden“, erinnert sich der 53-Jährige. „Wir mussten neue Wege gehen.“

Gesagt, getan. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Rentenversicherungsträger Bund, Knappschaft-Bahn-See, Nord, Westfalen, Schwaben und Baden-Württemberg entwickelten sie im Sommer 2020 die Idee, die entsprechenden Vorträge künftig digital anzubieten. So konnte die Deutsche Rentenversicherung ihrer gesetzlichen Aufklärungspflicht trotz Pandemie weiter nachkommen und die vorhandene Nachfrage bedienen. Ein Pilotprojekt war geboren.

Mit den eVorträgen bringt Sven Uwe Hoßbach Infoveranstaltungen an dem heimischen Bildschirm.

Erster eVortrag im Oktober 2021

Nachdem die Projektmitglieder die Idee konzipiert hatten und alle technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen waren, fiel der Startschuss. Sven Uwe ­Hoßbach hielt seinen ersten eVortrag im Oktober 2021. Eine Übersicht über die digitalen Vorträge bietet seitdem die Webseite der Deutschen Rentenversicherung. Interessierte können sich dort direkt anmelden. Bislang haben das digitale Angebot Einzelpersonen, aber auch Bildungsträger und Volkshochschulen angefragt. Auch eine Schulklasse informierte der Fachcoach im Rahmen des „Rentenblicker“-Referentenservices. Damit er und seine Kundinnen und Kunden wissen, was sie im digitalen Vortrag erwartet, stimmen sie die genauen Inhalte im Vorfeld ab. 

Genau wie bei einer Präsenzveranstaltung ist auch jeder eVortrag und jedes Publikum grundsätzlich anders, daher gehört immer ein wenig Improvisation dazu. „Natürlich ist es schöner, wenn ich mein Publikum direkt erlebe und auf seine Reaktionen sofort ein­gehen kann“, sagt Sven Uwe ­Hoßbach. Trotzdem sei die Resonanz auf die digitale Variante bisher durchweg positiv, die Technik laufe stabil und dank einer Chatfunktion bestehe auch die Möglichkeit des Austauschs. Über ein Mikrofon haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem Gelegenheit, auch verbal mit dem Referenten zu kommunizieren.

„Ich wünsche mir, den eVortrag auch nach Abschluss der Pilotphase beizubehalten.“

Sven Uwe Hoßbach,
Referent, Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch

Ein Vorteil des neuen Angebots liegt darin, Veranstaltungen überregional anbieten zu können. „So können wir Absagen wegen zu geringer Teilnehmerzahl reduzieren und schaffen für unsere Kunden und Versicherten einen zusätzlichen Anreiz, da sie die Fahrt zur Auskunfts- und Beratungsstelle sparen“, so Sven ­Uwe ­Hoßbach weiter. Das sei nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll. Im Sommer dieses Jahres endet die Pilotphase. Er hofft, dass das digitale Angebot dann auch darüber hinaus besteht: „Ich wünsche mir, dass wir den ­eVortrag beibehalten. Er ist ein tolles ergänzendes Angebot der Rentenversicherungsträger, das sich den digitalen Anforderungen unserer Versicherten anpasst. Aber auch Vorträge in Präsenz wären schön, sofern diese wieder möglich sind.“

Info

Ob zur Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit, Grundrente oder zum deutschen Rentensystem: Die Themen der eVorträge sind vielfältig. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Datenblatt mit dem Link zum digitalen Vortrag sowie technischen Hinweisen zur Einstellung von Kamera und Mikrofon. Für den ausgewählten eVortrag können sie sich dann via PC, Laptop, Tablet oder Smart­phone einwählen. Ein eigenes Programm oder eine App muss nicht installiert werden.