Ehrenamt mit Wegweiserfunktion

Wilhelm Tölch ist einer von rund 850 Versichertenberaterinnen und -beratern der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS). Hier erzählt er, wie er Versicherten in unterschiedlichsten Lebenssituationen weiterhilft.

Zwei ältere Herren sitzen am Tisch und schauen auf einen Laptop.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:
  • Der Artikel gibt Einblick in die Arbeit von Herrn Tölch, einem ehrenamtlichen Versichertenberater, der Menschen bei Fragen zur Rente, Sozialleistungen und Anträgen unterstützt.
Text: Jessica Tönnißen
Rente
01/2025

Herr Tölch, was sind die häufigsten Fragen, mit denen Versicherte Sie aufsuchen?
An erster Stelle steht die Frage: Wann kann ich in Rente gehen? Meine Antwort lautet dann in der Regel: Das werden wir gemeinsam kurzfristig klären. Des Weiteren stellen die Versicherten mir Fragen zur Beantragung von Witwen- oder Witwerrente, Erwerbsminderungsrenten und zu den möglichen weiteren mehr als 20 Rentenarten. Außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung fragen Versicherte mich auch nach einer Beratung zum Schwerbehindertenantrag, Pflegegradbeantragung und Sozialleistungen. Es kommt auch vor, dass ich Anfragen zu einem möglichen Vortrag zum Thema Hinterbliebenenrente von gemeinnützigen sozialen Gruppen erhalte. 
 

Wann und warum haben Sie sich für das Ehrenamt des Versichertenberaters bei der KBS entschieden?
Zu Zeiten, als Anträge noch komplett in Papierform gestellt wurden, habe ich als selbst betroffener Antragsteller mit meinem Knappschaftsältesten ein längeres Gespräch geführt. Bei diesem fragte er mich, ob ich es mir vorstellen könne, mich als sein Stellvertreter in unserem Sprengel, also dem Beratungsgebiet, ehrenamtlich einzubringen, da sein Stellvertreter verstorben war. Es war für mich vorstellbar – und so lagen sofort und ohne Umschweife die Formulare in meiner eigenen Sache vor mir. Diese Aufgabe muss ich wohl gemeistert haben, denn dann ging alles sehr schnell. Erst wurde ich zum ehrenamtlichen stellvertretenden Knappschaftsältesten, dann in Folge zum Knappschaftsältesten, Versichertenältesten und jetzt zum Versichertenberater gewählt.

Ein älterer Mann mit Brille und grauen Haaren lächelt in die Kamera.

„Ein Grundsatz ist für mich, dass man mit dem Gegenüber eine Vertrauensbasis schafft.“

Wilhelm Tölch, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Wie bringen Sie das Ehrenamt in Ihrem Alltag unter?
Als Rentner habe ich keine Kernzeiten, sondern die Aufnahme von Rentenanträgen erfolgt individuell nach beiderseitiger Absprache. In der Regel erfolgen die Anfragen zu den jeweils individuellen Themen über eine telefonische Kontaktaufnahme durch die Betroffenen. Seit Corona habe ich keine festen Sprechstundenzeiten mehr, denn die telefonische Erstberatung hat sich im Kern bewährt und wird auch gut angenommen.

Wie nehmen die Versicherten Ihre Beratung wahr?
Aufgrund der überwiegenden Rückmeldungen über den Verlauf der gestellten Anträge und weiteren Empfehlungen der Antragstellenden wenden sich weitere Betroffene an mich, um sich beraten zu lassen.

Was schätzen die Versicherten an Ihrer Beratung?
Ein Grundsatz für die persönliche Beratung ist für mich, dass man dem Gegenüber zuhört und besonders aufgrund der teilweise sehr persönlichen Fragestellungen eine Vertrauensbasis schafft. Anfragen werden in der Regel sofort beantwortet, Antragstellungen werden den Umständen entsprechend zeitnah und in Absprache mit den Betroffenen der DRV gemeldet. Und, wie schon gesagt, die meisten Anfragen oder Antragstellungen erfolgen auf Empfehlungen aus dem Kreis derer, die von mir bereits beraten worden sind.

Geben Sie auch Tipps, zum Beispiel zu bestimmten Leistungen der Deutschen Rentenversicherung wie Prävention oder Reha?
Ja, insbesondere bei Fragen zu Erwerbsminderungsanträgen weise ich die Versicherten auf das Leistungsangebot der DRV in diesen Bereichen hin. Nicht selten helfe ich dann später auch bei der Antragstellung für eine Reha.

Wie wurden Sie auf die Ausübung des Ehrenamtes vorbereitet?
Durch mehrtägige Schulungsangebote von der DRV KBS und der IGBCE wurde ich intensiv auf meine Tätigkeit vorbereitet, unter anderem in den Bildungsstätten in Haltern und Winterberg. Meine Meinung: sehr empfehlenswert! Im Weiteren gibt es bei speziellen Anfragen Unterstützung durch die Selbstverwaltung der DRV KBS.

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