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Kleiner Piks, große Wirkung

Kaum eine Prävention ist so wirksam wie das Impfen. Von der Sechsfachimpfung für Babys bis zum Schutz vor Gürtelrose für die Generation Ü60 – ein Überblick.

Die Weltkarte zeigt die Verteilung von Prozentsätzen in verschiedenen Regionen der Welt. In Amerika liegt der Prozentsatz bei 41%, in Europa bei 43%, in Afrika bei 52%, im östlichen Mittelmeer bei 33%, in Südostasien bei 22% und im Westpazifik bei 21%.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:

Lesen Sie den Artikel, um einen kompakten Überblick über wichtige Impfungen in allen Lebensphasen zu erhalten und zu erfahren, warum Impfschutz eine der wirksamsten Maßnahmen zur Prävention ist.

Text: Anke Kotte
Prävention
01/2026

Impfungen gehören zu den wirksamsten Mitteln, um Infektionskrankheiten vorzubeugen. Sie schützen nicht nur die geimpfte Person, sondern auch ihr Umfeld. Seit 1974 konnten Impfungen weltweit rund 154 Millionen Todesfälle verhindern – 146 Millionen davon bei Kindern, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ermittelt hat. 60 Prozent der 154 Millionen verhinderten Todesfälle gehen auf die Masernimpfung zurück. 

Zwar sind die Impfquoten in Deutschland hoch, dennoch gibt es Lücken. Da viele Krankheiten kaum noch auftreten, wird die Bedrohung geringer eingeschätzt. Nach der Corona-Pandemie sind zudem viele „impfmüde“. Manche Eltern zweifeln auch, ob Kombinationsimpfstoffe Säuglinge überlasten. All das führt dazu, dass Impfungen verzögert oder abgelehnt werden.

60 %

der 154 Millionen verhinderter Todesfälle weltweit (seit 1974) durch Impfungen gehen auf das Konto der Masernimpfungen. 

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), 2024

Babys und Kleinkinder

Für die Jüngsten gibt es ein klares Impfschema. Über die Sechsfachimpfung wird im ersten Lebensjahr ein umfassender Schutz aufgebaut. Sie schützt vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Polio, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B. Zusätzlich empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Pneumokokken-Impfung. Zwischen zwölf und 24 Monaten folgt die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), die auch mit Windpocken (MMRV) kombiniert werden kann. Laut Robert Koch-Institut (RKI) werden Impfserien jedoch oft zu spät oder gar nicht abgeschlossen – vielen Kindern fehlt dadurch der vollständige Schutz.

Kinder und Jugendliche

Die wichtigste Impfung in dieser Altersgruppe ist die gegen Humane Papillomviren (HPV). HP-Viren können Gebärmutterhalskrebs, Krebs im Mund- und Rachenraum sowie Genital- und Analkrebs verursachen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Doch nur etwa die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und ein Drittel der Jungen sind geschützt. Nachholimpfungen sollten bis zum 18. Geburtstag erfolgen.

Erwachsene

Auch im Erwachsenenalter ist der Impfpass wichtig. Die STIKO empfiehlt, ihn alle zehn Jahre prüfen zu lassen. Regelmäßig aufgefrischt werden sollte die Impfung gegen Diphtherie und Tetanus, die einmalig mit Keuchhusten kombiniert werden kann. Wer unsicher ist, ob er Masern hatte oder dagegen geimpft wurde, kann dies nachholen. Nicht alle Impfungen sind während einer Schwangerschaft möglich. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich deshalb rechtzeitig mit Lebendimpfstoffen (Windpocken, Masern, Röteln) impfen lassen. Positiv: Die Impfbereitschaft von Schwangeren nimmt zu, etwa bei Influenza. Impfungen schützen nicht nur die Mutter, sondern senken auch das Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Ab 60 und chronisch Kranke

Ab 60 Jahren sowie bei Vorerkrankungen rät die STIKO zu jährlichen Impfungen gegen Grippe und COVID-19. Hier sind die Impfquoten zuletzt leicht zurückgegangen. Große Lücken bestehen bei den Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose (Herpes Zoster).