Regional dabei – vor Ort und digital
Menschen mit Präventions- und Beratungsangeboten dort erreichen, wo sie sind: mit neuen Technologien, Apps und über dezentrale Netzwerke. So lässt sich in einem Flächenland wie Baden-Württemberg die gesundheitliche Versorgung verbessern.
Der Artikel zeigt, wie Prävention, Beratung und digitale Angebote Menschen im ganzen Land erreichen – von Aufklärungskampagnen bis zu wohnortnahen und digitalen Gesundheitsprogrammen.
Pink gehört eigentlich nicht zu den Vereinsfarben des Fußballerstligisten VfB Stuttgart. Doch an einem Samstagabend im vergangenen Herbst strahlte das Stadion am Neckar weit sichtbar in der Symbolfarbe des „Pinktober“, dem Internationalen Brustkrebsmonat. Die knallige Maßnahme war einer der Höhepunkte der Kooperation der gemeinnützigen Vereinsstiftung mit dem Krebsverband Baden-Württemberg. „Zusammen mit dem VfB konnten wir wieder ein breites Publikum erreichen und hoffentlich noch mehr Bewusstsein für das Thema schaffen“, sagt Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbands.
Der Verein will mit Informationen und Aufklärungskampagnen zu Prävention, Vorsorge, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Krebsarten dazu beitragen, die Zahl der Neuerkrankungen sowie Todesfälle zu senken. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV BW) und die DRV Bund, die baden-württembergische Landesregierung, die Spitzenverbände der Krankenkassen sowie diverse Stiftungen und Spendengeber unterstützen den Verein bei seinen Tätigkeiten.
Hilfe gleich in der Nähe finden
Der Verband koordiniert und fördert zudem die rund 200 Krebs-Selbsthilfegruppen im Südwesten und unterstützt die etwa 25 Krebsberatungsstellen unterschiedlicher Träger im Bundesland bei der Qualitätssicherung. „Ein wohnortnahes Angebot ist für Erkrankte und ihre Angehörigen enorm wichtig“, betont Ulrika Gebhardt. Ein persönlicher Austausch mit anderen Betroffenen, eine psychologische Fachberatung, Unterstützung in sozialrechtlichen Fragen und beim Ausfüllen von Anträgen – das breite dezentrale Netz sichert wichtige Hilfe für die Menschen im Land.
„Mit RV Fit Online erreichen wir Menschen, die zu Hause nicht so einfach wegkönnen.“
Dr. Britta Menne,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Ärztliche Direktorin der Rehaklinik Glotterbad
Netzwerkförderung
Landesweite professionelle Beratungs- und Selbsthilfestrukturen im Gesundheitsbereich zu fördern, gehört übrigens zum Auftrag der DRV BW. Ob bei Krebs, chronischen Leiden, psychischen oder auch Suchterkrankungen: Durch die Unterstützung von Dachverbänden und Netzwerken lassen sich wichtige Projekte in den Regionen anstoßen.
Nicht nur in den großen Städten, sondern auch im ländlichen Raum schnell erreichbar sein, das ist auch das Prinzip, nach dem der Sozialmedizinische Dienst (SMD) der DRV BW mit seinen rund 80 Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen in der Fläche aufgestellt ist. „Wenn eine ärztliche Untersuchung und Begutachtung durch uns als Rentenversicherungsträger im Rahmen eines Antrags auf Erwerbsminderungsrente oder auch einmal bei beruflichen Reha-Leistungen nötig sein sollte, kann diese in einer der nächstgelegenen unserer landesweit 16 Untersuchungsstellen wohnortnah stattfinden“, erklärt die Leitende Ärztin Dr. Kristina Schüle. „Diese Nähe zu unseren Versicherten ist uns sehr wichtig.“
Digital mehr Menschen erreichen
Die Menschen dort abholen, wo sie sind – das geht heute immer besser auch auf digitalem Wege. Das bestätigt Dr. Britta Menne, Ärztliche Direktorin der Rehaklinik Glotterbad für Psychosomatik, Psychotherapeutische und Innere Medizin unter dem Dach der RehaZentren der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. Damit Berufstätige schon vorbeugend mehr für ihre körperliche und psychische Gesundheit tun können, bietet die Klinik eine volldigitale Variante des DRV Präventionsklassikers RV Fit an. Wo bisher Präsenztermine in Reha-, Gesundheits- oder Fitnesseinrichtungen vorgesehen waren, sind die Teilnehmenden nun via Live-Call bei Gruppengesprächen oder Sozialberatungen dabei und rufen Vorträge zu Gesundheit, Ernährung und Stressbewältigung oder auch Fitnessvideos flexibel online ab. „Damit erreichen wir auch jene Menschen, die zu Hause nicht so einfach wegkönnen, etwa, weil sie kleine Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder auch Haustiere versorgen müssen“, beschreibt Dr. Menne die Vorteile. Eine Evaluation habe gezeigt: „Die digitale Variante ist eine vollwertige Alternative zu unseren bisherigen Präsenzangeboten, keine Notlösung.“
Gemeinsam für die Gesundheit
Vom verbesserten Datenaustausch zwischen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten über KI-gestützte Diagnosen und Monitoring-Apps für chronisch Kranke bis hin zu Videosprechstunden – im Südwesten arbeiten im von der baden-württembergischen Landesregierung initiierten „Forum Gesundheitsstandort BW“ mehr als 600 Akteure aus Wissenschaft und Forschung, Gesundheitswirtschaft, Pflege oder auch Verbänden an neuen Wegen, um durch die Digitalisierung die Versorgung des Einzelnen zu verbessern und dabei das Gesundheitswesen zu entlasten. Mit dabei übrigens: der Krebsverband sowie die RehaZentren Baden-Württemberg.
Informationen
Erfahren Sie mehr zum Thema:
1 krebsverband-bw.de
2 krebsregister-bw.de
3 rehazentren-praevention.de
4 drv-bw.de/rv-fit
5 forum-gesundheitsstandort-bw.de