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„Post-COVID braucht interdisziplinäre Kooperation“

Eine Studie hat Effekte der Post-COVID-Rehabilitation untersucht. Interview mit Co-Autor Prof. Volker Köllner

Ein Mann mit grauen Haaren und Brille lächelt in die Kamera, trägt Hemd und Sakko vor hellem Hintergrund.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:

Erfahren Sie im Interview, wie interdisziplinäre Post-COVID-Reha mit Bewegung, Entspannung und kognitivem Training die Genesung unterstützt. Prof. Volker Köllner gibt Einblicke in die positiven Effekte der Therapie.

Reha
01/2026

Herr Professor Köllner, Sie haben die Zufriedenheit von Post-COVID-Patienten während und nach der Rehabilitation untersucht. Gab es Überraschungen? Wir waren überrascht, wie hoch die Zufriedenheit war. Über 90 Prozent der Teilnehmenden der Reha waren mit der Reha „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Um die 90 Prozent würden sie weiterempfehlen oder wiederkommen. Besonders gewürdigt wurden die Bewegungstherapie und die Entspannungstherapie. Gleichzeitig haben 87 Prozent der Befragten in einem von drei Bereichen – Arbeitsfähigkeit, Funktionalität im Alltag und Lebensqualität – eine Verbesserung erlebt. Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Befragten haben Progressionen in allen Bereichen erlebt. 

Mit welchen Symptomen kamen die Patienten in die Reha? Wir haben 1.028 Patientinnen und Patienten aus sechs verschiedenen Rehakliniken befragt. Die allermeisten kamen mit einem Mix aus Symptomen wie Fatigue, also Erschöpfung, kognitiven Einschränkungen wie Konzentrationsstörungen, Atembeschwerden und chronischen Schmerzen. Diese traten entweder neu auf oder als Verstärkung einer schon bestehenden Schmerzerkrankung, etwa Migräne oder Spannungskopfschmerz. Viele klagten auch über Herzrasen oder plötzlichen Blutdruckabfall. Dazu kamen psychische Symptome wie Depressionen und Angststörungen.

Ein Mann mit grauen Haaren und Brille lächelt in die Kamera, trägt Hemd und Sakko vor hellem Hintergrund.

Wie wird denn die Erkrankung Post- COVID diagnostiziert? Die Herausforderung ist, dass Post- COVID bis heute nicht ausreichend verstanden ist. Die Symptome werden subjektiv erlebt und sind schwer nachweisbar. Was wir aber mittels Tests objektiv nachweisen konnten, sind die starken Auswirkungen von Post-COVID auf Konzentration und Kognition. Hier waren die Befunde deutlich. 

Lassen sich weitergehende Erkenntnisse über Post-COVID aus der Studie gewinnen? Post-COVID zeigte sich in unserer Studie einmal wieder als multifaktorielle Erkrankung, die eine Zusammenarbeit von Medizinern verschiedener Disziplinen erfordert. Wenn man eine Post-COVID- Reha anbietet, muss man alle genannten Beschwerden adressieren können. Zugleich können Patientinnen und Patienten die Erfolge einer Reha verbessern, indem sie das Erlernte anschließend in ihren Alltag integrieren, mit Entspannungsübungen, Bewegung sowie kognitivem Training, das man mithilfe einer App ausüben kann.