Mehr Bewegung, weniger Stress
Die Landschaftsplanerin Alexandra Dittmar hat am Präventionsprogramm RV Fit der Rentenversicherung teilgenommen. Heute fühlt sie sich gesünder und leistungsfähiger – privat und im Beruf.
Lesen Sie den Artikel, um zu sehen, wie das Präventionsprogramm RV Fit hilft, Stress zu reduzieren und mit einfachen Routinen gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Im Job gibt Alexandra Dittmar gern Vollgas. Als Landschaftsplanerin bei der Deutschen Bahn hat die Ingenieurin alle Hände voll zu tun. Umweltgutachten, Planfeststellung und Baugenehmigungen bestimmen ihren Büroalltag. Seit der Pandemie finden nur noch wenige persönliche Treffen statt – ein Videomeeting jagt das nächste, sie verbringt die Tage sitzend am Schreibtisch. Immer öfter wacht sie nachts auf und der Rücken schmerzt. Manchmal beschleicht sie ein komisches Gefühl. Aber lange sieht sie keinen Grund, etwas zu korrigieren.
Eines Tages erwähnen Kollegen das Vorsorgeprogramm RV Fit der Deutschen Rentenversicherung und erklären ihr: Das Konzept ist auf Berufstätige zugeschnitten. Sie sollen üben, sich ausreichend zu bewegen, Stress in den Griff zu bekommen und sich gesund zu ernähren. Der Arbeitgeber muss sie dafür freistellen.
Kurz entschlossen stellt die Leipzigerin einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung – online ist dies ebenso möglich wie mit dem klassischen Papierformular per Post. Kurze Zeit später kommt die Zusage. „Völlig unbürokratisch und sehr schnell“, betont Dittmar. An einem Montag im März trifft sie in der Rehaklinik in Göhren ein. Der malerische Ort liegt in Mecklenburg- Vorpommern an der Ostküste von Rügen direkt am Meer. Alle Gäste haben ein Einzelzimmer mit Bad. Nach der Aufnahme folgt ein Gesundheitscheck. Die Teilnehmenden dürfen Zipperlein haben, sie sollten aber nicht ernsthaft krank sein. Denn dann wäre eine mehrwöchige Reha angezeigt. Bei Dittmar ist bereits alles in Ordnung und sie verbringt mit sieben weiteren Teilnehmenden fünf Tage vor Ort und erfährt dabei viel über Körper und Seele.
„Inzwischen plane ich auch Erholungsphasen ein: Spaziergänge, Sport oder eine gesunde Mahlzeit.“
Alexandra Dittmar,
Teilnehmerin des Programms RV Fit
Erholungsphasen einplanen lernen
Die Gruppe versteht sich auf Anhieb. Zu Beginn steht Sport auf dem Programm. „Dabei legen wir den Schwerpunkt auf Disziplinen, die unsere Gäste auch zu Hause problemlos ausüben können“, sagt Chefarzt Gunter Neustadt. Denn nach der Startphase in der Klinik sollen die Teilnehmenden daheim weitermachen. Nordic Walking ist dafür gut geeignet. „Diese Sportart habe ich für mich entdeckt“, so Dittmar. Am Schwimmen findet sie ebenfalls Gefallen. In Gesprächen lernt sie, besser mit Stress umzugehen. Ihre wichtigste Erkenntnis: Eine hohe Arbeitslast muss nicht zum Problem werden, wenn Körper und Psyche anschließend entspannen können. „Inzwischen plane ich auch Erholungsphasen ein: Spaziergänge, Sport oder eine gesunde Mahlzeit.“
Die Ernährung ist eine wichtige Säule des Programms. Schon am ersten Abend hört Alexandra Dittmar beim Buffet einen Vortrag von Marcel Ecke, dem Ernährungswissenschaftler der Klinik Göhren. Er erklärt, was sein Haus unter ausgewogener Mischkost versteht. Es geht um das richtige Trinkverhalten und wie man mit Zucker oder Fett umgehen soll. Die Klinik hat eine eigene Schulküche, in der Ecke die Grundlagen des gesunden Kochens vermittelt. Eine schöne Idee, findet Dittmar. Eine Kleingruppe bereitet die Vorspeise zu, eine andere das Hauptgericht, eine weitere erhält den Auftrag, leckere Pasten zuzubereiten. Welche Öle sollte man verwenden? Sind Zucker und Fett tatsächlich so schädlich? Was hat es mit Lightprodukten auf sich? Übergewicht ist ebenfalls ein Thema. Einfach weniger essen – damit ist es nicht getan. Viele Menschen berichten Ecke, dass sie sich tagsüber keine Zeit zum Essen nehmen, weil sie mit vollem Bauch nicht arbeiten können. „Abends überfällt sie dann der Heißhunger.“ Seine Empfehlung: Lieber sechs kleine Mahlzeiten als sich dreimal satt essen.
31 %
der Bevölkerung
sehen nach einer Umfrage Stress als das größte Gesundheitsproblem an.
Quelle: Ipsos, 2024
Spätes Essen stört den Schlaf
Die neu erworbenen Kenntnisse setzen Alexandra Dittmar und ihr Ehemann zu Hause gleich um. „Wir haben früher immer viel zu spät gegessen, heute wissen wir, dass da- runter der Schlaf leiden kann.“ Seit sie sich bewusst ernähre, regelmäßig entspanne und bewege, fühle sie sich viel wohler, sagt sie. Und auch der Rücken schmerzt nicht mehr so oft.
In den Kliniken der Deutschen Rentenversicherung spielt das Zusammenspiel von Körper, Psyche und sozialem Umfeld eine wichtige Rolle. „Oft sind Stress oder andere seelische Faktoren der Auslöser für Rückenschmerzen“, sagt Chefarzt Neustadt. In einem Vorgespräch versuchen er und sein Team, solche Zusammenhänge zu erkennen.
Für Alexandra Dittmar ändert sich anschließend viel. In den ersten drei Monaten bietet RV Fit Kurse ein- bis zweimal die Woche an. Ein weiteres Vierteljahr trainiert man selbstständig. Abschließend trifft sich die Gruppe noch einmal für drei Tage in der Klinik. „Inzwischen habe ich eine feste Struktur und zudem einen Vertrag mit mir selbst geschlossen“, sagt Dittmar. Sie ist nun Mitglied eines Gesundheitssportvereins und trainiert mehrmals die Woche. Und der innere Schweinehund? Dagegen hilft die Chatgruppe der ehemaligen Teilnehmenden. „Wir hören immer wieder voneinander und wissen, dass die anderen auch drangeblieben sind. Das hilft.“
Nach RV Fit
Wie geht’s Ihrem Tiger, Herr Thiele?
Christian Thiele hat 2021 seine Erfahrung mit dem RV Fit-Programm für „zukunft jetzt“ aufgeschrieben. „Meine Stressampel steht auf Rot. Ich arbeite zu viel, ich fühle mich zu stark unter Druck, ich fühle mich zu allein in meiner Arbeit.“ Das habe ich vor vier Jahren geschrieben – nach meiner Diagnoseauswertung bei der Psychologin im Centrum für Prävention im Rahmen des Programms RV Fit.
Und heute? Tiefgrün ist meine Stressampel oft immer noch nicht. Aber: Stress hat mich nicht mehr so im Griff. Ich erkenne Dinge früher, an mir, in mir. Ich kann mich schneller entschuldigen bei anderen – in der Familie und außerhalb. Ich bin bewusster unterwegs, schaue mehr darauf, was mir guttut, und vermeide mehr von dem, was mich noch stärker stresst. Die Tage in der Klinik, die Follow-up- Arbeit mit der App und der Checkup- Aufenthalt sowie der Austausch mit meinen „Leidensgenossen“: All das hat dazu beigetragen, dass ich heute viel gelassener bin. Dafür bin ich dankbar.