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Veränderung braucht keine großen Schritte

Der Resilienz-Trainer Arne Trommer erzählt, wie er zu einem gesunden Lebensstil gefunden hat und warum ein Fitnessstudio nicht unbedingt nötig ist.

Ein Mann mit Bart sitzt nachdenklich vor einem Bücherregal und blickt in die Kamera, eine Hand am Kinn.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:

Lesen Sie den Artikel, um zu erfahren, wie kleine, konsequente Schritte zu mehr Wohlbefinden führen können. Arne Trommer zeigt, warum nachhaltige Selbstfürsorge ohne großen Aufwand auskommt und sich leicht in den Alltag integrieren lässt.

Text: Marie-Charlotte Maas
Prävention
01/2026

Mit 15 Jahren habe ich angefangen, Sport zu treiben. Damals ging es mir – wie vielen Gleichaltrigen – vor allem darum, einen muskulösen Körper zu bekommen. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass mein Hantelstemmen und Bankdrücken eigentlich viel mehr ist: die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und die Einsicht, dass man Selbstfürsorge braucht. Diese Einstellung auch anderen näherzubringen, habe ich mittlerweile zu meinem Beruf gemacht. Ich gebe Seminare, mit deren Hilfe Menschen lernen, sich selbst mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Das Wichtigste dabei ist, zu erklären, dass es keine großen Schritte sein müssen, die eine Veränderung bewirken. Im Gegenteil: Weniger ist mehr, denn es geht darum, die neuen Gewohnheiten so fest in den eigenen Alltag zu integrieren, dass man ohne sie nicht mehr leben kann und möchte. Und das funktioniert in kleinen Dosen leichter. Lieber siebenmal die Woche jeweils zehn Minuten Stretching- Übungen machen als einmal die Woche einen Kurs besuchen. Es ist die Regelmäßigkeit, die uns guttut. Und dazu braucht es kein Fitnessstudio, keine schicke, teure Ausrüstung, nicht einmal viel Zeit. Viel wichtiger ist die Beständigkeit. Wer den Aufwand niedrig hält, bleibt eher dran.

80 %

der Menschen in Deutschland haben keinen gesunden Umgang mit Stress. 32 Prozent bewegen sich nicht ausreichend. Im Durchschnitt beträgt die Sitzzeit mehr als zehn Stunden pro Werktag. 

Quelle: DKV-Report, 2025 

Mehr zur Person: arnetrommer.de

Neue Gewohnheiten erschaffen

Ich selbst praktiziere diesen Weg der kleinen Schritte seit vielen Jahren, denn ich weiß, dass ich jetzt, im mittleren Alter, den Grundstein für mein späteres Wohlbefinden lege. Was genau für jeden einzelnen Wohlbefinden bedeutet, muss man selbst herausfinden. Für mich sind das Kleinigkeiten, wie mein warmes Wasser mit frischer Zitrone am Morgen, um im Schlaf verlorene Flüssigkeit auszugleichen. Ich mache auch ein paar Bewegungsübungen gleich nach dem Aufstehen, die das Herz-Kreislauf-System aktivieren, die Atmung vertiefen und den Lymphfluss anregen. 

Auch mein Büchlein, in das ich morgens und abends schreibe, gehört zu meinem Wohlbefinden. Ich notiere mir, was mir durch den Kopf geht. Dadurch handele ich bewusster und führe mir vor Augen, was gut gelaufen ist, worauf ich stolz und wofür ich dankbar bin. 

Viele Menschen finden toll, dass ich das mache, schieben dann aber gleich hinterher, dass sie dafür keine Zeit haben. Und: „Ich mache das, sobald mein Alltag ruhiger und weniger stressig ist.“ Ich verstehe diesen Einwand, denn die meisten versuchen, in ihrem Leben mehreren Rollen parallel gerecht zu werden. Sie haben einen Job, sind Partner, Eltern, kümmern sich vielleicht sogar noch um kranke oder hilfsbedürftige Familienmitglieder. 

Ich kann diese Mehrfachbelastung nachvollziehen, denn ich habe selbst zwei Kinder, bin Ehemann und voll berufstätig. Dennoch antworte ich immer dasselbe: „Der Punkt, an dem dein Leben weniger stressig ist, wird wahrscheinlich nie kommen. Es ist wichtig, dass du es jetzt angehst.“ Nur wer diese gesunde Portion Egoismus an den Tag legt, kann auch Sorge für andere tragen. Kurzum: Sich um sich selbst zu kümmern, sollte Teil der eigenen Identität werden.

Mehr zur Prävention hier: www.rv-fit.de