Dieser Einsatz wird honoriert
Persönliches Engagement ist nicht nur wichtig für eine funktionierende Gesellschaft, sondern macht sich auch auf dem Rentenkonto bemerkbar.
Der Artikel macht deutlich, dass gesellschaftliches Engagement langfristig belohnt wird und liefert dabei konkrete Informationen für die eigene Rentenplanung.
Es war ein Zufall, durch den Luca bei der Bundeswehr gelandet ist. Nach seinem Realschulabschluss und einem Sabbatjahr stieß er im Internet auf eine interessante Ausschreibung für eine zivile Stelle bei den Streitkräften. „Ein Berufsberater der Bundeswehr aber hat mir dann die vielen anderen Job-Möglichkeiten gezeigt, die man hat, auch in Uniform – das war mir gar nicht klar gewesen“, erinnert sich der junge Mann. Sogar eine Ausbildung zum Mediengestalter, seinem eigentlichen Wunschjob, wird angeboten. „Doch ich dachte mir, bevor ich mich verpflichte, mache ich erst einmal den freiwilligen Wehrdienst um reinzuschnuppern.“
Nach drei Monaten Grundausbildung arbeitet Luca, dessen Nachname nicht genannt werden soll, jetzt als Fotosoldat in der Pressestelle des Landeskommandos Baden-Württemberg in Stuttgart. Seine Entscheidung für den insgesamt einjährigen Einsatz bereut er nicht. „Die Bedingungen sind super, es gibt ein gutes Gehalt, eine kostenlose Unterkunft, und man lernt fürs Leben.“ Möglich, dass er bleibt. Das will er bald entscheiden.
Freiwilligendienste mit Vorteil
Erste Einblicke in verschiedene Berufszweige bekommen oder einfach nur etwas Gutes tun: Dafür eignen sich freiwillige Engagements wie bei der Bundeswehr, aber auch ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ oder FÖJ) für Menschen unter 27 Jahren sowie der altersunabhängige Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Mit diesen gesetzlich geregelten Diensten lassen sich wertvolle Beitragszeiten für die spätere Rente erwerben“, weiß Kim Hanselmann vom Beratungszentrum Stuttgart der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV BW). „Für Wehrdienstleistende werden unabhängig vom tatsächlichen Sold fixe Rentenbeiträge komplett vom Bund bezahlt“, erklärt die Beraterin. Beim FSJ, FÖJ oder BFD hingegen wird die Beitragshöhe jeweils individuell berechnet, aber ebenso von den Arbeitgebern beziehungsweise Einsatzstellen allein übernommen und an die Einzugsstellen abgeführt.
Familiäre Aufgaben lohnen sich
Auch gesellschaftlich so unverzichtbare Tätigkeiten wie die Erziehung von Kindern wird mit Beitrags- sowie Berücksichtigungszeiten für die spätere Rente belohnt. „Die Anrechnung muss jedoch beantragt werden und geschieht nicht automatisch“, so Kim Hanselmann. Ebenso wird die Pflege als besonderes Engagement honoriert. „Wer die Pflege von Angehörigen mit Pflegegrad zwei oder höher übernimmt, für den bezahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzung Beiträge für die Rentenversicherung“, sagt Hanselmann und fügt hinzu: „Es ist immer sinnvoll sich über die DRV-BWWebsite oder in den Beratungszentren frühzeitig zu informieren, ob und wie sich Lebenslagen und die verschiedenen möglichen freiwilligen Einsätze auf die Rente auswirken – dann profitiert die Gesellschaft und man selbst.“
Erfahren Sie mehr zum Thema:
bundeswehrkarriere.de
bundesfreiwilligendienst.de
fsj-baden-wuerttemberg.de
weltwaerts.de