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Keine Frage des Alters

Kirsten Bröker erzählt von ihrer Rehabilitation im Reha-Zentrum Bad Pyrmont. Und erklärt, warum sie so lange brauchte, bis sie ihre erste Reha in Anspruch genommen hat.

Eine ältere Dame posiert und blickt lächelnd in die Kamera.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:

Der Artikel zeigt anhand einer persönlichen Geschichte, wie eine Reha bei Rückenbeschwerden helfen kann und warum es sich lohnt, gesundheitliche Probleme frühzeitig ernst zu nehmen.

Text: Katharina Simmes
Reha
Niedersachsen
03/2026

Kirsten Bröker wirkt mit ihrer modischen Sportkleidung und den Laufschuhen, als sei sie allzeit bereit für die nächste Trainingseinheit. Sportlich war die 60-Jährige aus Mühlheim an der Ruhr schon immer. Auch, als bei ihr vor Jahren eine Neigung zu überspringenden Bändern festgestellt wurde: „Beim Treppensteigen ist mein Meniskus gerissen“, kommentiert sie lakonisch.

Endgültig ausgebremst wurde sie durch eine Bandscheibenvorwölbung, also die Vorstufe eines Bandscheibenvorfalls. Eine zeitnahe Behandlung war dringend notwendig. „Nachdem mir mein Orthopäde eine Reha empfohlen hat, habe ich mich nach einer ansprechenden Rehaklinik mit guten Bewertungen umgesehen“, erzählt die Rehabilitandin. Bei ihrer Suche wurde sie auf das 200 Kilometer entfernte Reha-Zentrum Bad Pyrmont aufmerksam. Sie machte sich auf den Weg zu ihrer allerersten Reha.

„Meine Arbeit ist mir immer wichtig gewesen.“

Kirsten Bröker, Finanzanalystin, Rehabilitandin im Reha-Zentrum Bad Pyrmont.

Aber warum hat sie sich nicht bereits früher um eine Reha bemüht? „Bis dato hatte ich den Kopf nicht frei dafür“, sagt sie. Ihr Beruf sei anspruchsvoll, und sie habe ihr Team nicht im Stich lassen wollen: „Wenn du ausfällst, denkst du an die anderen. Ich bin immerhin schon seit 40 Jahren bei meinem Arbeitgeber.“ Als Finanzanalystin wertet sie täglich Bilanzen aus und gibt die Ergebnisse an ihre Kunden weiter. „Und natürlich mache ich den Auftrag fertig, wenn jemand dringend auf eine Antwort wartet“, betont sie. „Meine Arbeit ist mir immer wichtig gewesen. Dazu kommt: In meiner Generation ist die Haltung häufig vertreten, man müsse durchhalten.“

Mit der Corona-Pandemie kam das Homeoffice. „Plötzlich hat sich alles nur noch zu Hause abgespielt“, erinnert sich Kirsten Bröker. Da sie ihre gesamte Arbeitszeit vor dem Bildschirm verbrachte und zu Hause keine ergonomische Büroausstattung zur Verfügung hatte, litt ihr Rücken. Sie zog sich eine Blockade des Iliosakralgelenks zu, mit heftigen Rückenschmerzen. Ihr Mann hatte vor Jahren dieselbe Diagnose. Auch er trat seine erste Reha erst kurz vor seinem Ruhestand an.

Mittlerweile ist Kirsten Bröker auf dem Weg zum Trainingsraum. Durch die bodentiefen Fenster fällt Tageslicht und beleuchtet die säuberlich aufgereihten Trainingsräder. Voller Elan schwingt sich die Mülheimerin in den Sattel. Im Reha-Zentrum lerne sie unter orthopädischer Anleitung, ihren Rücken und ihre Bänder zu kräftigen. Dabei liebe sie die Abwechslung: „Heute morgen war ich beim Tai-Chi und später gibt es noch eine Trainingseinheit“, erzählt sie. Reha sei schließlich kein Urlaub.

Eine ältere Dame trainiert auf einem Fahrradtrainer.

Für eine Weile ist nur das gleichmäßige Surren der Pedale zu hören. Nach ihrer Ausdauereinheit steigt Kirsten Bröker ab und greift nach ihrer Jacke: „Ich habe einen ganzen Blumenstrauß an Eindrücken gesammelt, den ich gern mitnehmen möchte.“ Sie möchte den Schwung aus der Reha nutzen und weiter für ihre Gesundheit sorgen. „Ich werde schauen, wie es dann weitergeht. Vielleicht werde ich über mein Rentenalter hinaus arbeiten. Aber dann mit reduzierten Arbeitsstunden.“ Ihr Blick wandert nach draußen, auf die Grünanlagen, die im Sonnenlicht liegen. Ihre Stimme wird energisch: „Arbeiten gehe ich für mich, das brauche ich. Aber ich liebe auch meine Me-Time.“

Informationen

Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig- Hannover hat im Jahr 2025 insgesamt 47.525 Rehabilitationen finanziert. Knapp 30 Prozent der Rehabilitanden waren mindestens 60 Jahre alt.