(K)eine Frage des Alters
Generationswechsel bei der Rentenversicherung: Ronny Lisker blickt bereits auf 36 Dienstjahre zurück. Seine beiden Kinder sind ganz frisch dabei.
Der Artikel erzählt die persönliche Geschichte einer Familie, die über mehrere Generationen bei der Deutschen Rentenversicherung arbeitet, und zeigt, wie vielfältig die beruflichen Wege dort sein können.
Ich wollte nie zur Rentenversicherung“, sagt Ronny Lisker. „Und ich hatte auch überhaupt keine Lust auf diesen Berufsweg.“ Eigentlich wollte der Hallenser Tischler werden, hatte den Ausbildungsvertrag schon in der Tasche. „Aber kurz nach der Wende waren die Zeiten ungewiss und von heute auf morgen hat der Betrieb gesagt, dass ich doch nicht anfangen kann“, erzählt er.
Liskers Mutter war es schließlich, die die Anzeige zur Ausbildung bei der damaligen Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt in der Zeitung entdeckte und die Bewerbung abschickte. Als Lisker im Jahr 1990 seine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten begann, wusste er nicht, was ihn erwarten würde: „Meine Vorstellung damals von der Arbeit bei der Rentenversicherung: Ich klingele bei Leuten an der Tür und frage: ,Wollen Sie eine Versicherung?‘ Doch die drei Jahre Ausbildung und auch die erste Zeit in meinem neuen Team in Halle haben mich enorm wachsen lassen.“ 36 Jahre später ist er immer noch dabei, als Bearbeiter Rente am Standort Halle gehört er mittlerweile zu den Älteren im Haus.
„Wenn ich durch die Gänge laufe, sehe ich viele junge Menschen. Der Generationswechsel ist auch bei uns angekommen“, sagt der 52-Jährige. Die Statistiken bestätigen das: Im Jahr 2025 haben insgesamt 200 Mitarbeitende die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland verlassen. Fast alle von ihnen verabschiedeten sich in den Ruhestand. Ihre Arbeitsplätze haben 222 neue Mitarbeitende übernommen, unter ihnen mehr als 80 Nachwuchskräfte, die nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Studiums ein Übernahmeangebot erhalten haben.
„Ich würde meinen Kindern immer wieder empfehlen, hier anzufangen.“
Ronny Lisker, Bearbeiter Rente bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland
Auf Papas Empfehlung
„Wir waren der erste Jahrgang der Sozialversicherungsfachangestellten hier im Haus“, sagt Ronny Lisker. Das Bild seines Abschlussjahrgangs hängt noch immer im Atrium des Hallenser Dienstgebäudes. Neben ihm stehen seine beiden Kinder und suchen nach Papas jüngerem Ich.
Sohn Jonas hat 2024 seine dreijährige Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten abgeschlossen und arbeitet jetzt genau wie der Papa als Bearbeiter Rente im Haus. „Allerdings in einem anderen Team“, sagt Ronny Lisker. „Manchmal ruft er mich an, wenn er eine fachliche Frage hat. Oder wir treffen uns zum Mittagessen in der Kantine.“ Dann sitzen die Liskers auch mal zu dritt am Tisch, denn Tochter Antonia arbeitet seit 2025 ebenfalls im Haus. „Für mich ist es allerdings schon der zweite Arbeitgeber“, sagt die 24-Jährige. In ihrer ersten Tätigkeit fühlte sich die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin chronisch unterfordert. „Daher bin ich aktiv auf Jobsuche gegangen und habe auch meine Eltern gebeten, Augen und Ohren offenzuhalten.“
Die passende Stellenausschreibung kam und Papa Ronny schickte sie seiner Tochter: Sachbearbeitung im Kostenteam des Bereichs Rechtsbehelfe. „Abgeschickt habe ich meine Bewerbung aber alleine“, erzählt Antonia und lacht.
Vorteile für alle
Ein Jahr später ist sie immer noch happy mit ihrer Entscheidung: „Endlich werde ich im Job gefordert. Jeder Fall ist anders, ich muss mir alle Akten genau anschauen, mich in die Gesetze einlesen, mögliche Beschlüsse recherchieren und mit Anwälten in den Austausch gehen.“ Darüber hinaus schätze sie – genau wie ihr Vater und ihr Bruder – die vielen weiteren Vorteile des Hauses: von flexiblen Arbeitszeiten, der Möglichkeit zu Homeoffice und mobilem Arbeiten über 30 Tage Urlaub im Jahr, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum tariflich geregelten Gehalt und jährlichen Sonderzahlungen.
44 Prozent
der Mitarbeitenden arbeiten seit mehr als 30 Jahren bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Dem gegenüber stehen knapp 23 Prozent, die weniger als fünf Jahre dabei sind.
Der öffentliche Dienst und die Deutsche Rentenversicherung als Arbeitgeberin stehen nach wie vor hoch im Kurs – das bezeugen auch folgende Zahlen: 44 Prozent der rund 3.700 Beschäftigten der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland arbeiten seit mehr als 30 Jahren im Haus. Knapp ein Viertel der Mitarbeitenden sind aber auch innerhalb der vergangenen fünf Jahre neu dazugekommen.
„Ich würde meinen Kindern immer wieder empfehlen, hier anzufangen“, sagt Ronny Lisker. Er selbst hat längst entschieden, bis zum Renteneintritt zu bleiben. „Ich fühle mich hier wohl und weiß, woran ich bin. Und wenn ich Feierabend habe, dann freue ich mich auf zu Hause: einkaufen, putzen, Rasen mähen, Pool versorgen, Hecke schneiden und dann auf die Couch legen, Fußball gucken und sagen: Das war’s für heute.“ Seine Kinder können darüber nur schmunzeln, und Lisker Senior fügt hinzu: „Irgendwann kommt ihr auch in das Alter.“