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Digital wird Standard

Das Zeitalter der Papierakten geht zu Ende. Die ehrenamtlichen Versichertenältesten in Hessen sind jetzt mit Laptops und effizientem IT-Support ausgerüstet.

Eine Projektmitarbeiterin hilft Versichertenältesten bei aufkommenden Fragen.
Darum sollten Sie diesen Artikel lesen:

Der Artikel zeigt, wie die Deutsche Rentenversicherung Hessen die Rentenantragstellung durch moderne digitale Technik einfacher, schneller und effizienter macht.

Text: Veronika Dyks
Rente
Hessen
03/2026

Die Deutsche Rentenversicherung Hessen geht einen Schritt weiter in die Zukunft: Seit dem 1. Juli ist die digitale Antragstellung für die hessischen Versichertenältesten offiziell Standard. Dafür erhalten die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater leistungsstarke Laptops – inklusive hauseigenem IT-Support und einem verbesserten Programm für eAnträge. Wenn die Versichertenältesten Rentnerinnen und Rentner sowie Versicherte bei ihren Anträgen unterstützen, sind sie somit nicht mehr auf Papierformulare oder ihre privaten Laptops und Computer angewiesen.

„Ich war von Anfang an begeistert von der Idee“, sagt Klaus-Günter Badeck. Als er 2008 erstmals zum Versichertenältesten für den Main-Taunus-Kreis gewählt wurde, musste er alle Rentenanträge noch auf Papier ausfüllen. 2011 ging eAntrag an den Start und machte den Versichertenältesten eine digitale Antragstellung möglich. Das Programm spart nicht nur Papier, sondern bietet unter anderem Ausfüllhilfen und automatische Aktualisierungen bei neuen Antragsfassungen. „Das habe ich von Beginn an genutzt“, so Badeck.

Doch nicht alle Ehrenamtlichen wechselten sofort ins Digitale. Tatsächlich wurde etwa ein Viertel aller Anträge, die 2025 über die Versichertenältesten liefen, noch auf Papier eingereicht. Papieranträge bringen immer längere Bearbeitungszeiten mit sich – und somit auch längere Wartezeiten für die Personen, die sie gestellt haben. Um die Digitalisierungsquote Schritt für Schritt noch weiter anzuheben, hat die Deutsche Rentenversicherung Hessen das Projekt „eAntrag Versichertenälteste“ gestartet.

„Ich war von Anfang an begeistert von der Idee.“

Klaus-Günter Badeck, Versichertenältester in Hessen

Ein junger Mann und eine ältere Frau sitzen am Tisch und schauen sich erfreut gegenseitig an.

Paket mit starker Resonanz

Auf den Laptops für die Versichertenältesten ist die eAntrag-Expertenversion mit Kontoanbindung installiert. Diese bietet mehr Komfort und Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen, da vorhandene Kontodaten nicht jedes Mal neu eingegeben werden müssen, sondern bei den Rentenversicherungsträgern abgerufen werden können. Im Problemfall kann sich der IT-Support der Deutschen Rentenversicherung Hessen direkt auf das betroffene Gerät schalten. Tragbare Druck- und Scangeräte sowie die passenden Rollkoffer, in denen alles verstaut werden kann, gehören zu jedem Laptop dazu. „Wir sind bundesweit die Ersten, die das in dieser Form ausrollen“, sagt Projekt-Mitarbeiterin Lisa Leonie Bozyk.

Bei den Versichertenältesten kommt das Rundum- Konzept gut an – auch bei den älteren Jahrgängen. Günter Rettig aus dem Kreis Bergstraße bekleidet das Ehrenamt bereits seit dem Jahr 2000, vorher arbeitete er jahrzehntelang bei einer Krankenversicherung. Als der heute 75-Jährige damals ins Berufsleben startete, wurde die Rente noch mit der Hand berechnet. Rentenanträge heute digital zu stellen, sei für ihn deshalb eine große Umstellung gewesen. „Wir Älteren brauchen da ein bisschen länger“, sagt er. „Aber mit Zeit und Konzentration geht das schon. Es ist nämlich schon eine Arbeitserleichterung.“

Ein älterer Mann sitzt am Tisch und blickt erfreut und lächelnd in die Kamera.

Mehr Zeit für echten Kontakt

Denn die Beratungsnachfrage bei den Versichertenältesten steigt stetig. Klaus-Günter Badeck etwa berichtet von rund 30 Beratungsfällen jeden Monat. Der 81-jährige Günter Bodenhorn aus dem Schwalm-Eder-Kreis hilft innerhalb eines Jahres sogar bei bis zu 600 Anträgen. Die technische Ausstattung, die digitale Antragstellung und der IT-Support sollen die Ehrenamtlichen entlasten und unterstützen.

„Die Versichertenältesten sind der verlängerte Arm der Deutschen Rentenversicherung“, sagt Roger Eckardt, Leiter des Projekts „eAntrag Versichertenälteste“. Vor allem auf dem Land seien sie immer wichtiger, um die Vor-Ort-Beratung in den städtischen Auskunfts- und Beratungsstellen sowie die digitalen Beratungsangebote zu ergänzen. „Das persönliche Gespräch ist das A und O für die Generation, die jetzt in Rente geht.“

Das bestätigt auch Carola Ludwig, die seit fünf Jahren als Versichertenälteste im Kreis Marburg-Biedenkopf tätig ist. „Die meisten sind so erstaunt, dass sie nichts dafür zahlen müssen“, erzählt sie. „Das gibt es heutzutage wohl nicht mehr so häufig.“ Dabei zählten für sie und viele andere Versichertenälteste ganz andere Dinge als Geld: der Kontakt mit den Leuten, das gute Gefühl, die oft überwältigende Dankbarkeit. „Dafür mache ich das.“

Wer sind die Versichertenältesten?

So werden die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater der Deutschen Rentenversicherung Hessen genannt. Sie sind Teil der Selbstverwaltung und werden von der Vertreterversammlung gewählt. Sie beraten vor Ort bei Fragen zu Rente und Rehabilitation und helfen beim Ausfüllen von Anträgen. 2025 waren 73 Versichertenälteste in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten tätig. Sie führten 10.407 Beratungen durch und nahmen 4.832 Anträge auf.

Informationen und Sprechzeiten der Versichertenältesten unter:
www.deutsche-rentenversicherung-hessen.de